Freitag, 15. März 2013

hier kommt ein märzgedicht von erich kästner, dem mozart der kalenderlyrik



Der März

Erich Kästner
Sonne lag krank im Bett. 
Sitzt nun am Ofen. 
Liest, was gewesen ist. 
Liest Katastrophen.
Springflut und Havarie, 
Sturm und Lawinen, - 
gibt es denn niemals Ruh 
drunten bei ihnen.
Schaut den Kalender an. 
Steht drauf: "Es werde!" 
Greift nach dem Opernglas. 
Blickt auf die Erde.
Schnee vom vergangenen Jahr 
blieb nicht der gleiche. 
Liegt wie ein Bettbezug 
klein auf der Bleiche.
Winter macht Inventur. 
Will sich verändern. 
Schrieb auf ein Angebot 
aus andern Ländern.
Mustert im Fortgehn noch 
Weiden und Erlen. 
Kätzchen blühn silbergrau. 
Schimmern wie Perlen.
In Baum und Krume regt 
sich's allenthalben. 
Radio meldet schon 
Störche und Schwalben.
Schneeglöckchen ahnen nun, 
was sie bedeuten. 
Wenn Du die Augen schließt, 
hörst Du sie läuten. 
ich freu mich schon auf den mai;-)


josef

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